Flaschen-Kennzeichnung I

Jeder hat sie schon gesehen, die Zahlen- und Buchstabenkombinationen auf Druckluftflaschen. 
Aber was bedeuten sie?


Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen Kennzeichnungen im europäischen bzw. amerikanischen Einflussbereichen. Sie dienen zur deutlich sichtbaren und dauerhaften Kennzeichnung von Druckluftflaschen nach TRG270 und DIN4664.

Aufgrund der dickeren Wandstärke erfolgt die Kennzeichnung mit Schlagzahlen und Schlagbuchstaben auf der Flaschenschulter. Schlagzahlen und Schlagbuchstaben dürfen aber nur bei Stahl- und Aluminiumflaschen verwendet werden.
Bei der neuen Druckbehältergeneration Verbundflasche = Composite (Alukern mit Glasfaserverstärktem Kuststoff  GFK) ist diese Kennzeichnung mittels einer Folie dauerhaft aufgeklebt. Diese Flaschen dürfen keine Kerbeinwirkungen aufweisen, da sie sonst nicht mehr vom TÜV abgenommen werden.

Deutliche Unterschiede gibt es für Flaschen, die im amerikanischen Einflussbereich (z.B. Malediven und den Kariben) eingesetzt werden.
Bei der Kennzeichnung müssen bestimmte Angaben gemacht werden, und es können zusätzliche Angaben vorhanden sein.
 
Beispiel für Druckbehälterkennzeichnung:
 


  

 

M25x2
Einschraubgewinde für Ventil (kann)
900
Stahlfestigkeit in N/mm2
V
Wärmebehandlung des Stahls (V=vergütet;N=normalisiert,U=ungeglüht) (S=spannungsfrei geglüht)
10,0
Mindestinhalt in l (zul. +2,5%)
300
Prüfdruck in bar
10,5
Leergewicht in kg (ohne Ventil, ohne Verzinkung, ohne Lack)
10D38
Bauartzulassung vergeben im Saarland gefertigt in Deutschland, lft.-Nr.
IWKA
Hersteller ( kann)
0486S18
Herstellungs – Nr.   (kann)
Druckluft
Gasbezeichnung gem. TRG 1001 (ISO = International Standard Organisation)
TG
Tauchgerät im Gegensatz zu AG (Atemschutzgerät) Der Zusatz TG bedeutet, dass bei Stahlflaschen die Prüffrist 2 Jahre ist. Alu-Flaschen haben wenn sie von der Fa. Luxfer sind eine Prüffrist von 6 Jahren, wie die Atemschutzgeräte auch.
200
bar Fülldruck bei 15°C
Scubapro
Besteller (Kunde) kann
9.89
Datum der 1. Prüfung
  Prüfzeichen des Sachverständigen TÜV (hier Darmstadt)
91
Jahr der nächsten Prüfung

 
Kennzeichnung der Druckbehälter im amerikanischen Einflussbereich
CTC/DOT 3AL 3000 P497300
LUXFER 06A89 S80

CTC
Canadian Transportation Commission
DOT
Departement of Transportation (USA) Die beiden Behörden entsprechen unserer Bauartzulassungsbehörde bzw. dem TÜV, sie stellen auch die Regeln auf für die Herstellung der Duckluftflaschen.
3 AL
Materialbezeichnung der Flasche, hier Aluminium. Bei Stahl wäre die Bezeichnung  3AA
3000
Maximaler Fülldruck in pound per square inch (psi). 1bar entspricht 14.2 psi, 3000 (psi) sind also ca. 205 bar
P497300
Serien- bzw. Fabriknummer
Luxfer
Hersteller der Flasche
06A89
Herstellungsdatum und Prüfzeichen, gleichzeitig Datum der 1. Prüfung. Inspektion jährlich, Druckprüfung alle 5 Jahre
S80
Inhaltsangabe (Size..) in cubicfoot entspannter Luft. 1 cubicfoot entspricht ca. 28 Liter,80 cubicfoot also 2265 Liter entspannter Luft. Das Volumen der Flasche, hier ca. 11 Liter, ist nicht angegeben, es lässt sich nur aus Druck und Inhalt (Luft) errechnen.

Bei den Flaschenventilen ist es ähnlich wie bei den Druckbehältern. Hier ist die Kennzeichnung jedoch leicht verständlich. Hier gilt die Norm DIN 477 und EN 144.

Beispiel:


M25
02 I 156
232 bar
CE 0098
 
9709

M25
Einschraubgewinde M25x2 ISO (nicht zu verwechseln mit M25x2 SI, dieses Ventil darf nicht in einen Druckbehälter eingeschraubt werden mit der Bezeichnung M25x2 ISO) M25x2 SI wird in Frankreich verwendet
232bar
max. Betriebsdruck für das Ventil
02 I 156
Bauartzulassung vergeben in Bayern, gefertigt in Italien, laufende Nr.
CE 0098
CE zugelassen
9709
Hergestellt im Jahr 1997 und Monat 09

Wichtig: Druckbehälter und deren Ausrüstungsteile müssen der Bauart nach zugelassen sein. (Druckbeh.V. §22).
Die Konstruktionsunterlagen, Material und Muster werden dazu von Sachverständigen überprüft.
Bei Druckgasbehältern ist das eine Technische Überwachungs- Organisation (TÜV), bei Ventilen ist die Bundesanstalt für Materialprüfung in Berlin zuständig. Wenn keine Einwände vorliegen, wird die Bauartzulassung – Nr. vergeben.
Bei der Kombination von Komponenten (Druckbehälter und Ventil) dürfen nur passende und zugelassene Teile verwendet werden (Produkthaftung) !
 
Erklärungen:
TRG =  Technische Regeln Druckgase
Druckbeh.V. = Druckbehälterverordnung
DIN = Deutsches Institut für Normung e.V.
 

Eine Zusammenfassung von Volker Steiger, Mitglied des TSF Bensheim e.V.