Flaschen-Umgang

In der EN 12021 Stand 1998 sind die Anforderungen an die zu verwendende Druckluft für Atemschutzgeräte festgelegt.

Neben den dort vorgeschriebenen Anforderungswerten für die max. zulässigen Konzentrationen für den

  • Sauerstoffgehalt; Anforderung 21 (+/-1) Vol.-%
  • Schmierstoffgehalt (Tröpfchen oder Nebel); Anforderung, max. 0.5mg/m3
  • Kohlendioxidgehalt, Anforderung: max. 500ml/m3
  • Kohlenmonoxidgehalt; Anforderung: 15ml/m3

sowie für die Geruchs- und Geschmacksfreiheit kommt in der EN 12021 dem Wassergehalt der Druckluft eine besondere Bedeutung zu.

Beim höchsten für die Druckluftflasche zulässigen Fülldruck darf kein Wasser in flüssiger Form in der Druckluftflasche vorliegen. Aus diesem Grund muss der Wassergehalt der Luft nach Entspannung auf Atmosphärendruck folgendem Wert entsprechen:

Nenndruck 40 – 200 bar =   Wassergehalt  50 mg/m3
Nenndruck  200 bar       =  Wassergehalt 35 mg/m3

 

Eine Überschreitung der geforderten Werte kann zu Funktionsstörungen der Atemschutzgeräte führen (z. B. Vereisung im Druckminderer und anderer druckführender Teile, sowie Korrosion hervorrufen).

Atemluft – Kompressoren, mit denen Druckluftflaschen gefüllt werden, müssen Atemluft liefern, die der EN 12021 entspricht. Um sicherzustellen, dass die Grenzwerte in jedem Fall eingehalten werden, darf der Wassergehalt der abgebenden Atemluft des Kompressors über den gesamten Druckbereich 25 mg/m3 nicht überschreiten, gemessen nach Entspannung auf Atmosphärendruck. Die zur Einhaltung dieser Forderung erforderlichen Reinigungs- und Trockeneinrichtungen müssen eine wartungsfreie Betriebszeit von min. 25 Stunden oder über einen Zeitraum von sechs Monaten gewährleisten.

 

Die Einhaltung der Anforderungswerte der Atemluft sind durch geeignete Kontrolleinrichtungen und Messungen der Atemluft sicherzustellen und zu dokumentieren.

 

Betrieb:
Atemluft- Kompressoren dürfen nur von sachkundigen Personen entsprechend TRG 402 bedient und gewartet werden. Die Erstunterweisung und die jährliche Wiederholung sind zu dokumentieren.
(Nachweis für Unterweisungen) Dabei sind die Betriebsanleitungen des Herstellers zu beachten.
Betriebsanleitungen und Namensliste der sachkundigen Personen sind am Kompressor aufzubewahren bzw. sichtbar auszuhängen.

Für jeden Kompressor ist ein Prüfbuch anzulegen. Aus dem Prüfbuch muss zu entnehmen sein:

  • Angaben zum Kompressor (z.B. Hersteller, Typ, Fabrikationsnummer,
  • Datum und Wartung
  • Stand des Betriebsstundenzählers
  • Art der Wartungsarbeit (z.B. Auswechseln der Trockenfilter; Inspektion oder Reparatur durch Hersteller) und
  • Unterschrift (und abheften des Monteurberichtes zum Wartungsbuch

Neben der erforderlichen Führung des Prüfbuches wird empfohlen, jede Flaschenfüllung zu dokumentieren:

  • Eigentümer der Flasche und Flaschennummer
  • Stand des Betriebsstundenzählers des Kompressors
  • sonstige Bemerkung (Zustand der Flasche)
  • Datum der Füllung

Druckluftflaschen füllen:

Sollte der Atemluft - Kompressor bei der Inbetriebnahme  drucklos sein, so ist vor dem Anschliessen der Druckluftflaschen mindestens 5min lang die geförderte Luft über die Flaschenanschlussstutzen ins Freie abströmen zu lassen.

Es dürfen nur Druckluftflaschen gefüllt werden, die

  • der DIN 3171-1 Stand 2000 (Stahlflaschen) oder DIN 3171-2 Stand 2000 (Verbundmaterialflaschen) entsprechen und mit einem Flaschenventilseitenstutzen
  • nach EN 144:2 Stand 1998 versehen sind.
  • Verbundmaterialflaschen die keine starke Beschädigungen im Aussenmantel aufweisen (Berstgefahr)
  • Druckluftflaschen die nach Juli 2006 die neue Farbkennzeichnung nach DIN EN 1089-3 aufweisen.
  • mit dem Prüfdatum und dem Prüfzeichen des Sachverständigen (z.B. TÜV) sowie der Angabe der Prüffrist versehen sind.
  • die auf der Flasche angegebene Prüffrist nicht überschritten haben,
  • keine Mängel aufweisen, die zu einer Gefährdung führen können (z.B. defektes Ventil beschädigtes Anschlussgewinde)
  • im Anschlussgewinde keine sichtbare Feuchtigkeit aufweisen.

 

Druckluftflaschen bei denen das Ventil entfernt wurde, oder Druckluftflaschen die völlig entleert  (drucklos) waren, müssen getrocknet werden.

Diese Massnahme ist erforderlich, da nicht auszuschliessen ist, dass diese Druckluftflaschen einen unzulässig hohen Wassergehalt enthalten.

Zur Verdrängung der noch vorhandenen feuchten Luft können folgende nachstehend beschriebene Verfahren angewendet werden:

  • Unmittelbar vor dem Einschrauben des Flaschenventiles ist die Flasche 20min lang mit getrockneter, entspannter Luft nach EN 12021 zu spülen oder
  • nach dem Einschrauben des Flaschenventiles ist die Flasche durch mindestens zweimaliges Füllen (bis zum  zulässigen Fülldruck) mit getrockneter Kompressorluft (EN 12021) und anschliessendem langsamen Abströmen, wobei keine Vereisung am Ventil auftreten darf, zu spülen.

Hinweise für die Verwendung der Druckluftflaschen:

Druckluftflaschen sind stossgeschützt zu transportieren und zu lagern. Darüber hinaus sind bei Transport der Druckluftflaschen die einschlägigen Gefahrgutverordnungen zu beachten, in der u. a. die Kennzeichnung und Massnahmen beim Transport geregelt sind.

Zur Vermeidung eines zu hohen Wassergehaltes in der Atemluft ist folgendes zu beachten:

  • Druckluftflaschen dürfen bei Verwendung in Atemschutz- oder Tauchgeräten nicht vollständig entleert (drucklos) werden.
  • Flaschenventile sind unmittelbar nach Benutzung der Atemschutz- oder Tauchgeräten zu schliessen.
  • Unmittelbar nach dem Füllen sowie nach dem Ausbau aus den Atemschutz- oder Tauchgeräten sind die Flaschenventile mit dem zugehörigen Verschlussstopfen zu versehen.

 

Quellennachweis:

TRG 402  (Technische Regeln Gase)
vfdb 0804  (Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.)
FwDV7    ( Feuerwehrdienstvorschrift 7 Atemschutz)
FwDv8      (Feuerwehrdienstvorschrift 8  Tauchen)
GUV 20.14 (Gesetzliche Unfallversicherung ) 

 

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Erstunterweisung und jährliche Wiederholungsunterweisung
für die Beschäftigten an Füllanlagen

Regelwerk:
Die TRG 402- Technische Regeln Gase- schreibt eine jährlich zu wiederholende Unterweisung vor.

Der Teilnehmer kann die Füllanlage (Kompressor oder Füllanlage) ordnungsgemäss bedienen und kennt die notwendigen Wartungsarbeiten, um den Füllbetrieb aufrecht zu halten. Er ist eingewiesen in den Umgang mit den zu füllenden Druckgasbehältern und den entsprechenden Sicherheitsvorschriften

Inhalt:

  • Erläuterung der Anforderungen an die zu füllenden Druckbehältern
  • Theorie der Bedienung, Wartung und Pflege der Füllanlage nach Herstellerangabe
  • Theorie des Druckbehälterfüllens sowie der erforderlichen Massnahmen nach dem Füllen
  • Praktische Durchführung des Füllvorganges unter Berücksichtigung der in der Unterweisung erlernten Theorie
  • Massnahmen bei Störungen, Schadensfällen und Unfällen
  • Erläuterung der Sicherheitsvorschriften, insbesondere der TRG 402
  • Erläuterung der besonderen Gefahren beim Umgang mit Druckgasen

 

Füllanlage          ___________________________

Betreiber           ___________________________

Betriebsort         ___________________________

Unterweiser       ___________________________

Unterwiesener    ___________________________

Datum               ___________________________

 

Unterschrift Unterweiser   ___________________________