Feuerschutzkleidung der Feuerwehren im Wasser

Oft werde ich bei den Atemschutzgeräteträger – Lehrgängen von den Teilnehmern gefragt, wie sich ein Atemschutzgerät und die Feuerschutzkleidung (Nomexüberjacke und Nomexüberhose Form B Modell Hessen)  im Wasser verhält.

 

Grundsätzlich gilt, dass Atemschutzgeräte nicht zum Tauchen geeignet sind. Dies ergibt sich schon aus dem Aufbau der atemgesteuerten Dosiereinrichtung,  auch Lungenautomat genannt. Der Wasserdruck, selbst bei einer geringen Wassertiefe, ist schon so hoch, dass der Lungenautomat öffnet, ohne dass geatmet wird. Die einströmende Luft richtet keinen Schaden an, die Luft strömt über den Maskendichtrahmen des Atemanschlusses (Maske) ab. Bei korrektem Sitz der Maske läuft auch kein Wasser in die Maske.

Aber wie sieht es aus, wenn ein komplett ausgerüsteter Atemschutzgeräteträger ins Wasser fällt ? Niemand konnte eine Aussage treffen.
Kurz gesagt, es musste ein praktischer Test her. Aber wo? Im Badesee ist das zu riskant wegen der schlechten Sicht. Aber beim Training der Tauchsportfreunde Bensheim im Basinusbad konnte man einen Test starten. Matthias Frank aus Schönberg, auch Feuerwehrmann und beschäftigt beim GGEW, holte die Genehmigung bei Herrn Schmidt ein. Kurzerhand wurde ein kpl. Atemschutzgerät sowie die gesamte erforderliche Kleidung besorgt.
Am Samstag soll dann der Test erfolgen.
Beim Atemschutzgerät handelte es sich um ein Einflaschengerät mit 6l Flasche 300bar Technik mit einem Gewicht von ca. 16kg. Weitere Ausrüstungsgegenstände waren: Feuerwehrhelm, Maske, Flammschutzhaube und Dienstkleidung. Auf Feuerwehrsicherheitsgurt, Feuerwehrleine, Stiefel, Schutzhandschuhe und Funkgerät wurde verzichtet. Das Gewicht dieser  Gegenstände wurde ermittelt und als Softblei in der Feuerschutzkleidung verstaut. Komplett ausgerüstet hatte ich nun ein Gesamtgewicht von 106kg.

  

Bevor der Test begann, ging zur Sicherheit ein Taucher (Uwe Fleischmann) ins Wasser.
Nun konnte ich mich rückwärts vom Beckenrand ins Wasser fallen lassen. Ich war vom Auftrieb der Ausrüstung überrascht. Zuerst lag ich schwimmend auf der Oberfläche, ohne im geringstem unterzugehen. Nach ca. 3 min entwich die Luft aus der Ausrüstung und es ging gemütlich Richtung 2 Meter tiefem Beckengrund. Unten angekommen war ich nicht mehr in der Lage, mich fortzubewegen konnte aber ruhig atmen.

  

Je nach Lage des Kopfes strömte Luft in die Maske, ohne das ich das beabsichtigte.
Nur mit grosser Mühe konnte ich mich auf allen Vieren zum Beckenrand begeben. Aufrichten ging noch, aber über die Leiter das Becken zu verlassen war nicht möglich. Die komplette Ausrüstung einschliesslich Feuerschutzkleidung musste im Wasser ausgezogen werden.


Mit einer Erfahrung reicher konnte ich dann das Becken verlassen.
Ich bedanke mich beim GGEW, Herrn Schmidt, für die Genehmigung, beim Sicherungstaucher Uwe Fleischmann sowie Fotograf Alexander Preis die es ermöglicht haben, dass der Test durchgeführt und dokumentiert werden konnte.


 
Ein Bericht von Volker Steiger.
Stand März 2006