Mosambik vom 08.03.-18.03.09 (von Ruth und Andreas Wortmann)

 

Nach dem uns im Herbst 2008 an einem der ausgewiesenen Mantaspots der Welt - Sangalaki (Indonesien) - alle selbigen erfolgreich aus dem Weg gegangen sind, wollten wir im März 2009 unser Glück ein weiteres Mal herausfordern. Somit steuerten wir Mosambik an. Hier warben die Reiseveranstalter noch vor wenigen Jahren mit einer „Geld zurück Garantie" wenn man bei einem Tauchurlaub weder Walhai noch Manta sehen würde. Wir suchten uns die Barra Lodge in der Nähe von Inhambane aus, da dieses etwas abseits des schon touristischeren Tofo liegt. Gebucht haben wir die Reise diesmal über www.tauchertraum.com (interessant ist dort im Besonderen auch das Video zu Mosambik). Bei der Wahl des Veranstalters ist zu beachten, dass nicht nur der angebotene Preis sondern auch die enthaltenen Leistungen entscheidend sind. Tauchertraum z.B. hat als einer von wenigen Veranstaltern die Möglichkeit 10kg zusätzliches Tauchgepäck, dass sich SAA (South African Airways) sonst fürstlich bezahlen lässt, anzumelden. Von anderen Tauchern, die den Flug über das Internet separat gebucht haben, hörten wir, dass für die zusätzlichen Kosten des Tauchgepäcks die Leihgebühr des Equipments vor Ort locker enthalten ist (und einiges darüber hinaus).
Am Sonntag, den 08.03.09 starteten wir mit SAA um 19:30 Uhr von Frankfurt in Richtung Südafrika. Dort landeten wir mit einer Stunde Zeitverschiebung um 7:00 Uhr am Montagmorgen. In Südafrika mussten wir zunächst unser Gepäck in Empfang nehmen um dann bei der LAM (Linhas Aéreas de Moçambique Airlines) für den Weiterflug um 13:15 Uhr einzuchecken. Das Prozedere war zwar ärgerlich, klappte aber reibungslos und glücklicherweise konnten wir sofort einchecken und waren unsere Koffer gleich wieder los. Auch wenn für LAM keine Anmeldung des Tauchgepäcks möglich war, wurde dies kulant gehandhabt. Wir mussten auf jeden Fall weder auf dem Hin- noch auf dem Rückflug für das Übergepäck bezahlen (angekündigt mit ca. 2$ pro zusätzlichem Kilo).


Nach weiteren knapp 1,5 Stunden Flug landeten wir in Inhambane. Dort verließen in etwa 30 Passagiere den Flieger um in Mosambik einzureisen (Visa 24€ pro Person). Nachdem die Einreiseformalitäten erledigt waren, ging es mit dem Bus noch mal für 40 Minuten auf die Schotter- / Sandpiste. Dann hatten wir die Barra Lodge erreicht. Nach den üblichen Aktivitäten (und auch etwas Chaos) beim CheckIn brachten wir unsere Koffer in die Hütte um dann so schnell wie möglich zum Wasser zugelangen und erleichtert festzustellen, dass für diese Wassertemperaturen (ca. 28°C) der 3 mm Anzug absolut ausreichend sein sollte. Hierbei fiel uns gleich als weiterer, sehr angenehmer Aspekt der Anlage und ihrer Umgebung der breite, kilometerlange, saubere und fast immer menschenleere Strand auf (es gab auch so gut wie keine Strandverkäufer). Nach einer kurzen Erfrischungspause dann noch einen ersten Rundgang durch das Areal um anschließend mit einem überraschend guten Abendessen den Tag ausklingen zu lassen.

Mosambik 2009 03 0045 bDie Barra Lodge bietet 40 Bungalows für Übernachtungen an. Diese sind zwar einfach aber sehr geräumig, verfügen über Warmwasser, Ventilator und Moskitonetz, und sind auch ziemlich sauber und gepflegt. Alle Bungalows sind zum Meer hin ausgerichtet und haben eine kleine Terrasse. Das Restaurant der Lodge ist offen und die Verpflegung (täglich wechselndes vier Gänge Menü mit Wahlmöglichkeiten, zweimal pro Woche Buffet am Strand) war exzellent.

In der ersten Nacht konnten wir uns von den Vor- und Nachteilen eines Moskitonetzes überzeugen. Es kam zwar kein Moskito mehr rein, aber auch keiner der zahlreichen unbemerkten mehr heraus. Die offene Bauweise der Hütten sorgt zwar bei den Temperaturen für ein angenehmes Klima, verhindert aber auch ein effektives Beseitigen unliebsamer Gäste durch Sprühmittel. Somit blieb abends nur die Einzeljagd und es wirkte ziemlich beruhigend doch Malariamedikamente (wegen des Tauchens Malarone - für den Zeitraum den wir vor Ort waren betrugen die Kosten ca. 80€ pro Person) zu nehmen.

Am nächsten Morgen startete dann, nach dem wir schon am Vorabend die Formalitäten hinter uns gebracht hatten, um 7:15 der Tauchbetrieb. Wir wurden direkt am Bungalow abgeholt und das Ganze Einchecken verlief wie geschmiert, wenn auch für den Gast etwas stressig (4 Leute die sich nur um zwei Taucher zu kümmern hatten und die alle etwas tun wollten). Überhaupt machte das Barra Dive Resort einen hervorragenden Eindruck. Alles war perfekt organisiert, das Basisequipment in Top-Zustand und auch der Service des Geräteauswaschens und Pflege verlief so, dass man es unter den örtlichen Gegebenheiten selbst kaum hätte besser machen können. Auch die Tauchregeln waren, angesichts der Randbedingungen (keine Dekokammer erreichbar, keine Boote und Hubschrauber die einen suchen könnten, Riffe die fast durchweg sehr tief liegen, usw.) erfreulich konservativ. Es wurde maximal so lange getaucht, bis der Erste nur noch 5 Minuten bis zur Deko hatte, dann wurde mit dem Austauchen begonnen. Auch bei dem Verlust des Kontaktes zur Gruppe hätte sofort mit dem Auftauchen ohne Einhaltung des Sicherheitsstopps begonnen werden müssen, da das Boot nur Kontakt zum Guide, der permanent eine Boje mit sich führte, hielt und ein Sicherheitsstopp die Gefahr mit sich gebracht hätte hoffnungslos abgetrieben zu werden. Letzteres wäre bei bis zu 3-4m hohen Wellen und zum Teil erheblichen Strömungen mit einer ziemlich geringen Wahrscheinlichkeit wieder gefunden zu werden verbunden. Natürlich wurden die normalen Tauchgänge unter Einbehaltung dieser Regeln ziemlich kurz, da, wie schon erwähnt, die meisten der Tauchplätze dort erst auf 17m beginnen und man daher leicht eine durchschnittliche Tauchtiefe von 20m pro Tauchgang erreichte. Ein weiterer Aspekt beim Tauchen an diesen Tauchplätzen ist, dass fast alle Tauchgänge zwangsläufig mit einem negativen Einstieg beginnen müssen. Die Guides tauchen, zum Teil in atemberaubender Geschwindigkeit, zum Riff ab und zumindest bei schlechter Sicht muss der Rest der Gruppe am Bojenseil des Guides abtauchen. Gerade - aber nicht nur - bei starker Strömung sollten alle Taucher in der Lage sein ebenfalls sehr zügig abtauchen zu können. Angeboten wurden zwei Tauchgänge täglich in mehreren Gruppen (einer gegen 8:00 Uhr und einer gegen 12:00 in etwa in einem halbstündigen Abstand), sodass eigentlich nie Gedränge oder ähnliches an der Basis entstand. Nachttauchgänge werden prinzipiell (wegen der unter den örtlichen Gegebenheiten damit verbundenen Gefahren) nicht durchgeführt.

Die erste Herausforderung beim Tauchen in Mosambik ist es jedoch das Boot ins Wasser zu bringen. Neben dem Staff ist hier Einsatz von jedem gefordert. Aber wenn man es einmal hinter sich gebracht hat und weiß wie das Ganze läuft, ist dieses und der jeweilige Einstieg nach dem Tauchgang in das Zodiak nur noch halb so problematisch (wenn es auch kaum eine Möglichkeit gibt als ungeübter Tourist dabei nur halbwegs elegant auszusehen). Mit dem Tauchplatz für unseren ersten Tauchgang dachten wir Glück zu haben. Es wurde gleich das Manta Riff angesteuert. 45 Minuten geplante Fahrzeit, welche auf Grund der an diesem Tag zum Teil mindestens 3m hohen Wellen deutlich länger und auch ziemlich heftig wurde. Endlich dort angekommen hieß es nichts wie ab ins Wasser, es kann nur besser werden. Aber auch unter Wasser hat man teilweise mit ziemlich heftiger Dünung zu tun. Der Tauchplatz jedoch hielt zumindest was der Name versprach und war somit als erster Tauchgang ein voller Erfolg. Neben den vielen Fischschwärmen hatten wir, als wir die Putzerstation erreichten, endlich unsere ersten Mantas die der Erwähnung wert waren. Zwei Exemplare die eine Spannweite von 4 - 5m aufwiesen kreisten dort. Einen weiteren großen Manta sahen wir beim Austauchen. Weiterhin waren, wie bei einigen Tauchgängen, beim Austauchen Eagelrays und weitere Rochenarten zu sehen. Als unschöne Begleiterscheinung der etwas raueren See und des Zodiak als Fortbewegungsmittels stellte sich bei mehreren Tauchern auf dem Boot auf dem Rückweg ein „unruhiger Magen" ein. Glücklicherweise hält der Shop im Ressort eine Auswahl von Reisetabletten vor und wenn man als Taucher die Wahl hat Reisetabletten zu sich zu nehmen die zwar auf das Nervensystem wirken oder jede aufgenommen Nahrung zweimal zu sehen fällt die Wahl nicht schwer (natürlich versucht man mit einer möglichst geringen Dosierung auszukommen). Der zweite Tauchtag - und dann auch die weiteren - gestaltete sich von den Bedingungen her etwas entspannter wenn auch nicht weniger erfolgreich. Beim zweiten Tauchgang sind einige beim Abtauchen fast auf einen Walhai gefallen den vorher keiner registriert hatte. Leider war die Strömung so stark, dass eine Annäherung an den Walhai oder gar ein Mitschwimmen unmöglich war. Überhaupt gab es auch Tauchgänge die auf Grund der Strömungsverhältnisse abgebrochen werden mussten. Zum Beispiel ein Tauchgang am Giants Castle, als nach dem Abtauchen und „Touch Down" auf 30m am Riff festgestellt wurde, dass es keine Möglichkeit gab gegen die ablandige Strömung an- und somit etwas höher zukommen. Hier blieb nur ein 15 minütiger Blauwasserflug zum Austauchen übrig.

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Am nächsten Tag versuchte man das erste Boot am Manta Riff zu sein. Hierfür haben wir sogar einen, zugegebener Maßen recht kleinen, Walhai unbeachtet gelassen. Wie heißt es so schön: „Wer den Walhai nicht ehrt ist den Manta nicht wert!" Der Tauchgang am Manta Riff war zwar wieder super (unheimlich viele Fischschwärme, riesige Kartoffelbarsche, etc.), aber an den Putzerstationen keine Mantas zu sehen. Erst beim Auftauchen sahen wir einen wirklich sehr großen Manta, allerdings aus einiger Entfernung. Auf dem Rückweg suchten wir dann den kleinen Walhai und fanden ihn nach einiger Zeit sogar. Er war jedoch scheinbar auf ein Treffen mit uns nicht so erpicht und verschwandt schnell in der Tiefe ohne dass ihn jemand von uns so richtig gesehen hätte. Der zweite Tauchgang an diesem Tag war an einem Tauchplatz mit einer durchschnittlichen Tiefe von 24m geplant. Da dieser Tauchgang unter Einbehaltung der Regeln gerade mal 30 Minuten dauerte wurde kurzerhand eine „Ozean-Safari" also Walhaisuche angehängt und wirklich, wir fanden nicht nur den kleinen vom Morgen wieder sondern weitere zwei halbwüchsige (5-6m). Manche waren auch der Meinung es wären 5 Walhaie gewesen (entspricht der Anzahl der Wassergänge und dabei gesehenen Tiere). Nachdem sich beim 4ten Mal wieder ins Boot quälen (beim letzten Walhai war noch reichlich nesselnder Quallenkontakt dabei) alle einig waren es müsse mindestens ein 10m Tier auftauchen um noch mal ins Wasser zu gehen, wurde die Tour als erfolgreich beendet betrachtet.

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Ein weiteres Highlight war ein Tauchgang am Amazon. Hier hatten wir gleich mit zwei Leopardenhaien Kontakt, wobei einer der beiden ziemlich aufdringlich war und unbedingt gefilmt werden wollte. Er kam bis auf 15 cm auf die Kamera zu um dann zwar abzudrehen aber im Folgenden regelrecht vor der Kamera zu posieren (z.B. Drehungen um die eigene Achse wie im Tanz). Auch die Delfine, die wir oft vom Boot aus sahen (und da sie einmal direkt auf uns zukamen konnten diejenigen die schnell genug im Wasser waren sie sogar dort sehen), waren einfach phänomenal. Das eigentliche Highlight war jedoch immer das Manta Riff mit seinen zwar nicht garantierten, aber doch mit den meisten Mantabegegnungen. Hier hatten wir auch einmal das Glück, dass ein Manta direkt über unseren Köpfen kreiste.

Als krasser Gegensatz zu den üblichen Tauchgängen steht ein „Geräteschnorcheln" in der Barra Lagune. Dort dümpelt man auf einer maximal Tiefe von 2-4m um Seepferdchen und allerlei Krebse, Seenadeln, Octopusse und Sepien zu sehen. Auch bei dem Tauchplatz Buddies stehen nicht die großen, sondern die kleinen Highlights im Fokus (z.B. gleich zwei Paare Harlekinshrimps). Da dieser Tauchplatz im 10 Meter Bereich liegt, betragen hier die Tauchzeiten auch 60 - 70 Minuten.

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Ohne Frage kann man zahlreiche Tauchgänge am Manta Riff oder den anderen Tauchplätzen durchführen, aber wir sind der Meinung, dass die 7 Tauchtage ausreichend waren. Natürlich muss dabei berücksichtigt werden, dass wir scheinbar ideale Bedingungen hatten, auch wenn es einen Tag durchgängig ziemlich heftig geregnet hat und wir auch sonst mehrmals Regen hatten. Die Guides waren auf jeden Fall, bei geschätzten 15 - 25 m Sichtweite, nach fast jedem Tauchgang am schwärmen wie phänomenal gut die Sicht gewesen sei. Auch hatten wir das Glück innerhalb unserer Anwesenheit nicht nur die erhofften Mantas gesehen zu haben, sondern auch, wie schon geschildert, mit Walhaien und Delphinen schnorcheln zu können.

Um von Mosambik zumindest etwas mehr als nur die Unterwasserwelt und die Umgebung der Lodge mitzunehmen, machten wir an unserem tauchfreien Tag eine Tour nach Inhambane. Die Stadt hat zwar keine wirklichen Highlights zu bieten, eine kurze Tour dort hin ist allerdings schon der Markt wert auf dem man, neben allerlei für den täglichen Bedarf, auch die gesamte Palette touristischer Souvenirs relativ günstig erstehen kann.

Am 18.03.09 verließen wir dann gegen 8:30 die Lodge Richtung Airport um dort um 11:10 Uhr nach Johannesburg zu starten. Dort landeten wir um 12:45 Uhr. Wieder mussten wir unser Gepäck holen um dann weiter einzuchecken. Erfreulicherweise konnten wir dies, trotz der 7,5 Stunden Wartezeit bis zum Weiterflug, direkt erledigen. Um 20:20 Uhr ging es dann weiter und um 06:10 Ortszeit landeten wir in Frankfurt.Als Fazit bleibt zu sagen, dass diese Tauchreise nach Mosambik definitiv keine günstige Angelegenheit war, wir aber wieder einmal einen super Urlaub hatten. Nie hätten wir erwartet in Mosambik auf eine der professionellsten Tauchbasen die wir bisher gesehen haben zu treffen. Auch die Lodge wies einen unerwartet hohen Standard aus. Und nach dem all unsere Erwartungen bezüglich des Tauchens erfüllt wurden, kann man wohl nur rundum zufrieden sein.

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Weiterführende Links:

Tauchertraum
Tauchertraum Mosambik Video
Barra Lodge
Barra Dive Resort
South African Airways
Linhas Aéreas de Moçambique Airlines

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